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Weltwirtschaftskrise trifft Liberias Bergbau

 
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PostPosted: Tue Apr 21, 2009 2:06 pm    Post subject: Weltwirtschaftskrise trifft Liberias Bergbau Reply with quote

Arcelor Mittal-Projekte verzögern sich / China steigt ein / Von Dieter Grau

Köln (gtai) - Trotz weltweiter Krise will die China Union Company 2,6 Mrd. US$ in eine bedeutende Eisenerzmine in Liberia investieren. Es handelt sich um die bisher größte Kapitalanlage in dem westafrikanischen Land unter der Präsidentschaft von Ellen Johnson-Sirleaf sowie eine der größten chinesischen Investitionen in Afrika. Die chinesische Firma will darüber hinaus ein Wasserkraftwerk sowie Wohnraum für die Angestellten der Mine und landwirtschaftliche Nutzflächen schaffen. Selbst die Produktion von Stahl in Liberia wird in Erwägung gezogen.

"Die weltweite Wirtschaftskrise, die gegenwärtige die westliche Welt heimsucht, beeinträchtigt auch Liberia," räumte die liberianische Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf Ende 2008 in der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Monrovia ein. Besonders schwer betroffen sei der Bergbau. "Obwohl uns Arcelor Mittal förmlich versicherte, bei seinem Engagement in Liberia fest auf Kurs zu bleiben, wird es wohl einige Verzögerungen und Anpassungen geben, da sie auf den Aktienmärkten viel Geld verloren haben". Während Arcelor Mittal ursprünglich das erste Eisenerz bereits Mitte 2009 ausführen wollte, seien die ersten Exporte nun wahrscheinlich erst ein Jahr später zu erwarten, offenbarte die Staatschefin. Das Unternehmen habe ihrer Regierung jedoch versichert, trotz seiner Abstriche in den meisten anderen Ländern die Bohrungen in Liberia fortzusetzen. Der Wiederaufbau der ehemaligen Bahnstrecke vom Hafen Buchanan zur Mine Yekepa (ca. 260 km) und weiterer Infrastrukturvorhaben soll vollendet sowie der Belegschaftsstand gehalten werden.

Der in Buchanan im Grand Bassa County in Liberia tätige, weltgrößte Stahlkonzern Arcelor Mittal sah nach der Wiederherstellung der politischen Stabilität ein hohes Potenzial in dem afrikanischen Land. Der Konzern nahm Ende Juli 2007 offiziell seine Tätigkeiten in Liberia auf. Bereits Ende 2007 kündigte Mittal die Erhöhung der Investitionen von 1 Mrd. US$ auf 1,5 Mrd. an.

Unbeeindruckt von der Krise und dem teilweisen Rückzug internationaler Bergbaukonzerne aus der Region legen die langfristig denkenden Chinesen in Liberia einen Zahn zu. Wie die liberianische Presse Ende 2008 berichtete, versprach das Bergbau- und Investitionsunternehmen China Union den Bau einer Erzaufbereitungs- und Pelletanlage mit einer Jahreskapazität von 1 Mio. t in den Eisenerzlagerstätten von Bong Ranges. Die Investitionen sollen innerhalb von drei Jahren etwa 3.000 direkte und 15.000 indirekte Arbeitsplätze sichern. Längerfristig könnten rund 10.000 bis 15.000 direkte und zirka 70.000 indirekte Jobs geschaffen werden.

Die ersten Eisenerzpellets werden in etwa 18 Monaten produziert , erklärte der Vorsitzende der Liberian National Investment Commission Richard Tolbert Ende Januar 2009 nach der Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages zwischen der China Union und der liberianischen Regierung. Die 2,6 Mrd. US$ Kapitalinvestitionen der chinesischen Firma würden über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren ausgezahlt werden. Der Vertrag sieht eine 25jährige Eisenerzproduktion in der Bong-Lagerstätte vor, die schätzungsweise 300 Mio. t niedriggradiges Eisenerz enthalten.

Die Vereinbarung beinhaltet einen 40 Mio. US$ Unterzeichnungsbonus, den die Chinesen der liberianischen Regierung nach der Ratifizierung des Vertrages durch das Parlament zahlen müssen. Damit wird in den kommenden Wochen gerechnet. Diese Anfangsfinanzierung soll zur Verbesserung der Infrastruktur und der Lebensbedingungen der Menschen beitragen. Laut Beobachtern geht in Monrovia jedoch jetzt schon der Streit los, wie das Geld verwendet werden soll.

China Union beabsichtigt im Rahmen des Bong-Minenvertrages den Hafen von Monrovia instand zu setzen und ein Wasserkraftwerk sowie Stromtransport und -Verteilungsinfrastruktur zur zusätzlichen Elektrizitätsversorgung der Hauptstadt und anderer größerer Gemeinden zu bauen. Die Eisenbahnlinie von Monrovia nach Bong wird saniert beziehungsweise rekonstruiert, um nicht nur Eisenerz, sondern auch regelmäßig Personen und Waren zu transportieren. Ein jährlicher Beitrag von 3,5 Mio. US$ soll zur Entwicklung der Landkreise Bong, Margibi und Montserrado beitragen.

Weitere Community- Development-Investitionen des chinesischen Konzessionärs umfassen ein landwirtschaftliches Demonstrationsprojekt zur Ausbildung lokaler Bauern. Ein Krankenhaus, Kliniken und Gesundheitsstützpunkte sowie eine Oberschule, eine Berufsfachschule und Grundschulen sollen im Konzessionsgebiet und angrenzenden Gemeinden eingerichtet werden. Stipendien und Forschungsgelder stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Sanierung beziehungsweise der Bau von Unterhaltungs- und Dienstleistungseinrichtungen sind ebenfalls anvisiert.

Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf drückte die Hoffnung aus, dass der China Union-Deal andere Investoren ermutigen wird, nach Liberia zu kommen. " Ich bin erfreut, zu sehen, dass das Projekt vorankommt. Was die Chinesen heute gemacht haben, zeigt deren Maß an Unterstützung für unsere Bemühungen, Investoren anzulocken", erklärte sie anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Wie der Landespresse zu entnehmen ist, wurde dem chinesischen Unternehmen eine weitere Lizenz zur Exploration von Eisenerz in einem der Bong-Lagerstätte angrenzenden Gebiet gewährt.

Ob sich aus den China-Projekten auch Geschäftsmöglichkeiten für andere ausländische Unternehmen ergeben ist fraglich, meinen Beobachter. Wenn die Chinesen in Liberia das Bong-Minen-Projekt in Angriff nehmen, dann haben sie wie im übrigen Afrika so viel "Manpower", dass zum Beispiel deutsche Firmen keine Aufträge erwarten können, konstatiert Wilhelm Laszlob gegenüber Germany Trade and Invest. "Wenn die Chinesen loslegen, dann wollen sie den ganzen Markt" , betont der deutsche Vermessungsingenieur, der selbst jahrelang in Liberias Bergbausektor tätig war.

Liberia, das kleine Land in Westafrika, in dem erst vor nicht langer Zeit einer der brutalsten Bürgerkriege (1989-2003) des Kontinents wütete, setzt auf die Wiederbelebung des Bergbaus als entscheidenden Entwicklungsmotor. Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf sucht ausländische Investoren zur Ankurbelung der nationalen Wirtschaft, einschließlich Bergbausektor. Liberias Eisenerzreserven werden auf 3,4 Mrd. t geschätzt. Sie sind die größten Afrikas und die siebtgrößten der Welt.

Eisenerzbergbau hat in Liberia eine lange Tradition. Vor dem Bürgerkrieg war Liberia der fünftgrößte Eisenerzproduzent der Welt. Einnahmen aus dem Erzexport machten die Hälfte der Staatseinnahmen aus. Die Erzminen wurden jedoch während des 14 Jahre währenden Bürgerkrieges geschlossen. Der wichtige Eisenerzexport ist seither zum Erliegen gekommen. Für die Wiederaufnahme von Erzabbau und -export sind umfangreiche Neuinvestitionen notwendig.

Die sich etwa 150 km nördöstlich von der Hauptstadt Monrovia befindenden Bong Ranges-Lagerstätten wurden vor dem Bürgerkrieg von einem überwiegend deutschen Unternehmen ausgebeutet. Die von Thyssen, Krupp und Hoesch sowie der italienischen Finsider getragene Bong Mining Company war in den 70er Jahren die größte einzelne Investition in Afrika südlich der Sahara. Im Mai 1990 musste die gesamte Produktion eingestellt werden. (D.G.)


[Quelle: http://www.gtai.de/fdb-SE,MKT200902178015,Google.html]
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